Ausreichende Finanzierung des Tierheims zügig sicherstellen – Regionalverband Saarbrücken in der Pflicht
„Die Verwaltungsspitze des Regionalverbandes sowie die sie tragenden Parteien CDU und SPD müssen ihrer Verantwortung im Tierschutz gerecht werden und das Tierheim Berta Bruch im Regionalverband angemessen finanzieren“, fordert der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Regionalverband, Jürgen Trenz. „Konkret schlagen wir eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 464.000 Euro vor - das ist die Summe, die entsteht, wenn man 332.100 Einwohner im Regionalverband zugrunde legt und mit 1,40 Euro pro Person im Jahr rechnet. Diese Berechnung wird in anderen Landkreisen des Saarlandes angewendet. Alternativ erwarten wir schnellstmögliche Finanzierungs- und Lösungsvorschläge von der Verwaltungsspitze sowie von der Koalition von SPD/CDU.“
Trenz erwartet nun sofortiges Handeln, denn im Dezember 2025 wurde in der Regionalversammlung einstimmig beschlossen, dass „der Regionalverband beauftragt wird, den Tierbetreuungsvertrag zwischen den Städten und Gemeinden im Regionalverband Saarbrücken und dem Tierschutzverein 1924 e.V. Saarbrücken und Umgebung neu zu verhandeln, basierend auf den jeweiligen Erwartungen.“ Und weiter: „Bis zum Abschluss eines neuen Tierbetreuungsvertrags soll der bisherige Tierbetreuungsvertrag verlängert werden.“ Trenz erklärte dazu: „Es ist jedoch niemand davon ausgegangen, dass die geführten Verhandlungen scheitern würden angesichts dessen, dass bereits ab Ende Oktober (!) Lösungen gesucht wurden. Hier muss nun sofort reagiert werden!“
Denn die Konsequenzen für die Kommunen im gesamten Regionalverband seien sonst gravierend. Faktisch würde dies bedeuten, dass alle Städte und Gemeinden im Regionalverband künftig selbst Tiere aufnehmen müssten - verbunden mit erheblichen organisatorischen, finanziellen und personellen Anforderungen. Kommunen müssten geeignete Unterbringungsmöglichkeiten schaffen und zusätzlich Personal mit entsprechender Sachkunde einstellen, um den gesetzlichen Vorgaben im Tierschutz gerecht zu werden. Diese Aufgaben sind komplex, kostenintensiv und für einzelne Kommunen kaum effizient zu leisten. „Das ist völlig utopisch“, so Trenz.
Ein zentral organisiertes, gut ausgestattetes Tierheim ist daher nicht nur aus tierschutzfachlicher Sicht sinnvoll, sondern auch aus wirtschaftlicher und verwaltungspraktischer Perspektive. Die Umlage von 1,40 Euro pro Einwohner stellt eine vergleichsweise geringe Belastung dar, sorgt jedoch für Planungssicherheit, stabile Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Versorgung von Fund-, Abgabe- und beschlagnahmten Tieren im gesamten Regionalverband.
„Eine auskömmliche Finanzierung des Tierheims ist kein freiwilliger Luxus, sondern eine notwendige Investition in Rechtssicherheit, kommunale Entlastung und den Schutz von Tieren. Jetzt ist der Zeitpunkt, sofort zu handeln und eine nachhaltige Lösung zu schaffen – im Interesse der Kommunen, der Bürgerinnen und Bürger und vor allem der Tiere“, so Trenz abschließend.
