Sonder-Themenseite SHG-Kliniken Völklingen und Sonnenberg
Es brodelte schon seit längerem in der Belegschaft der SHG-Klinik in Völklingen. Als am 2. Juli 2025 ein SZ-Artikel erschien, indem die Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger (SPD) sich schützend vor den Geschäftsführer Prof. Dr. Adolph stellte, “knallte” es.
Nachdem die ersten Presseberichte im Sommer über die Kündigungswelle in der SHG-Klinik erschienen, haben wir sofort reagiert und beantragten in der Regionalversammlung eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Die dort erlangten Erkenntnisse waren nicht zufriedenstellend und wir wollten die Arbeitnehmer-Seite, sprich den Betriebsrat hören. Viele Dinge deckte in der Zwischenzeit die Presse auf. Wir denken, dass die Struktur des SHG-Gesellschaftervertrages ursächlich ist für die derzeitige untragbare Situation. Daher stellten wir die Gesellschafter-Struktur in Frage. Dass der Betriebsrat erst nach einer wie auch immer gestalteten Mediation angehört werden soll, führte zu harten Diskussionen innerhalb der Regionalversammlung. Wir sind der Meinung: Das geht so gar nicht mehr! Und für uns sind nach wie vor viele Fragen offen:
Welches Klima herrscht nun bei der SHG-Klinik Sonnenberg, nachdem der Geschäftsführer Prof. Dr. Adolph und die Personalchefin Bollinger dorthin “versetzt” wurden? Welche Schritte wurden unternommen, damit die SHG-Klinik personell gut aufgestellt wird? Wie ist Stand der Mediation, die angeblich seit Juni schon läuft?
Am 29. Juli 2025 forderten wir eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Hintergrund waren die aktuellen Entwicklungen in den SHG-Kliniken in Völklingen. Der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion in der Regionalversammlung, Jürgen Trenz, sagt dazu:
„Wir fordern sofortige lückenlose Aufklärung der Vorgänge in den SHG-Kliniken, denn wir wurden von der Verwaltungsspitze nicht darüber informiert, dass ein Leuchtturm für das gesamte Saarland „bröckelt“. Daher haben wir eine Sondersitzung beantragt. Es muss auch geklärt werden, warum die Rolle des beauftragten Mediators bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat. Desweiteren fordern wir eine sofortige vorläufige Freistellung von Prof. Dr. Oliver Adolph. Die Situation in der SHG-Klinik Völklingen muss sofort beruhigt und beendet werden. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her, das gilt besonders bei derlei abteilungsübergreifenden Protesten aller Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsführung.
Wenn auffällig viel hochqualifiziertes medizinisches Personal kündigt, hätte dies allein schon ein Alarmzeichen für den gesamten Aufsichtsrat sein müssen, der vorliegend völlig versagt hat. Wenn sich dann noch 21 Fach- und Oberärzte aus allen Abteilungen hilfesuchend an den Aufsichtsrat und an die Aufsichtsratsvorsitzende wenden und werden anschließend öffentlich brüskiert, spätestens hier stellt sich die Frage, ob der Aufsichtsrat mit seiner Vorsitzenden kompetent genug ist, um die Situation vor Ort richtig einzuschätzen und entsprechend tätig zu werden, damit die Qualität eines deutschlandweit führenden Herzzentrums gehalten werden kann.
Wir befürchten mit dieser Kündigungswelle, dass der Grundauftrag, nämlich die Versorgungssicherheit der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist. Dem wollen wir entgegenwirken.“
Im August 2025 hielten wir uns nicht mehr zurück und forderten neue SHG-Strukturen - nachdem fast jeden Tag die Presse über Mißstände in den Kliniken berichtete und neue Hiobsbotschaften bekannt wurden. Im Zentrum der Kritik: Geschäftsführer Prof. Dr. Adolph und Personalchefin Bollinger.
Zum ersten Mal in ihrem politischen Leben (ab 2007) hat unser Fraktionsmitglied Birgit Huonker am Donnerstag, 11. September im Schloß einen Ordnungsruf kassiert: von Regionalverbands-Direktorin Carolin Lehberger (SPD). Und zwar, weil sie es wagte, kurz aus einem nicht-öffentlichen Ausschuss allgemein (ohne Nennung irgendwelcher Namen) zu berichten. Das musste sie aber tun, um den Kontext erklären und um Transparenz für die Bevölkerung herzustellen zu können.
Daher wiederhole wir dies hier, was kurz öffentlich angerissen wurde: Wir betrachten diesen Ordnungsruf als einen Ritterschlag, denn was da gestern im Regionalversammlung abging, spottet jeder Beschreibung. Man glaubt das nicht, jedenfalls hatten wir nicht gerechnet, dass die SPD im Regionalverband am Donnerstag, 11. September 2025 die Arbeitnehmerseite knallhart verraten hat – egal, was sie gestern noch geschwurbelt haben von „Ruhe reinbringen“,„Polemik“ und ähnlichem Mist. Sie sehen einfach nicht, dass diese Vorzeige-Klinik den Bach runtergeht, wenn so weiter gewerkelt wird. Sie kapieren einfach nicht, dass die Belegschaft unbedingt schnellstmöglich mit einbezogen werden muss, damit es nicht noch mehr Kündigungen gibt. Das ist doch alles nicht mehr zu fassen!
Es ging gestern um die Einbindung der Arbeitnehmer-Vertretung (Betriebsräte) in die Vorgänge der SHG-Kliniken in Völklingen (Herzzentrum) und Sonnenberg. Alle wissen, dass die Situation in Völklingen desaströs ist seit der Einsetzung des Prof. Dr. Adolph als Geschäftsführer. Zig Ärzte und PflegerInnen haben gekündigt. Daraufhin hat der Aufsichtsrat mit Carolin Lehberger (SPD) an der Spitze Prof. Adolph an die Sonnenbergklinik versetzt. Die Stimmung innerhalb der Belegschaft ist katastrophal.
Der Aufsichtsrat setzte auch zur „Beruhigung“ einen Mediator ein. Die Mediation läuft angeblich schon seit Juni.
Die SHG-Geschäftsführer Adolph und Mege haben wir bereits im Gesundheitsausschuss angehört und wollten nun unbedingt auch die Belegschaftsseite anhören. Aus den Reihen der CDU-Fraktion wurde leidenschaftlich dafür plädiert, dass der Betriebsrat angehört wird. Gut so! Die Linken stellten also einen Antrag, dass im nächsten Gesundheitsausschuss auch der Betriebsrat angehört wird – also ganz normal so, wie sich das gehört. FDP-Fraktion, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Regionalversammlung Saarbrücken, Freie Wähler und Fraktion Bunt.Saarland Für Alle haben uns unterstützt und zugestimmt.
Nie im Leben hätten wir uns träumen lassen, dass dies dann von der CDU und von der SPD abgelehnt wird. Also in einem Ausschuss für die Anhörung des Betriebsrates plädieren und dann die Rolle rückwärts: Sie wollten den Betriebsrat erst hören, wenn die Mediation beendet ist. Also am St. Nimmerleinstag. Und es stellt sich dann natürlich die Frage, warum die Geschäftsführer schon angehört worden sind während der Mediation, der Betriebsrat soll aber erst am Ende der Mediation gehört werden. Kannste Dir alles nicht vorstellen. Das stinkt doch nur noch zum Himmel!
Wir haben dann heftig kritisiert, dass man Geschäftsführer Adolph an die Sonnenberg-Klinik versetzt hat. Das wäre wie „wenn man Dracula zur Strafe in die Blutbank versetzt“, so Huonker. Was das für eine Botschaft an die Belegschaft ist. Sie hat gerufen „Shame on you!“, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen.
Am Schlimmsten fanden wir den Verrat der SPD an der Arbeitnehmer-Seite, denn der Betriebsrat wollte unbedingt im Gesundheitsausschuss gehört werden. Ist so logisch und so verständlich! Geht jetzt nicht, vielleicht nächstes Jahr? Um es mal ganz deutlich zu sagen: CDU und SPD haben dem Betriebsrat einen Maulkorb verpasst. Die SPD hat ihre Ideale so abscheulich verraten. Also die Partei, die doch eine Arbeiter-Tradition hat…
Manfred Klasen beantragte geheime Abstimmung, um vielleicht neben der Opposition doch noch ein paar Stimmen von SPD/CDU zu bekommen, um das Anhörungsrecht für die Belegschaft durchsetzen zu können. Vergeblich.
Die Linken haben die Betriebsräte der SHG-Kliniken in Völklingen und Sonnenberg unterstützt - so sehr wir es nur konnten. Mehr ging nicht.





