Als Reaktion auf eine Antwort der Regionalverbandsdirektorin auf eine Anfrage der Linken zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) fordert die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion in der Regionalversammlung, Birgit Huonker, einen entschlosseneren Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung:

„Es ist erschreckend, wie wenig die Verwaltungen – wohl im gesamten Saarland – die Empfehlungen aus dem Abschlussbericht der Enquête-Kommission des saarländischen Landtags "Digitalisierung im Saarland" in ihrem Arbeitsalltag berücksichtigen. Der Regionalverband muss sich ehrgeizigere Ziele setzen und auf Transparenz, Bürgernutzen sowie bewährte bundesweite Vorbilder setzen, um im Wettbewerb einer digitalen modernen Verwaltung nicht den Anschluss zu verlieren“, sagt sie. „Die Antwort blieb vage hinsichtlich einer Steuerung, Umsetzung und Evaluation von KI-Projekten. Es findet kein Umsetzungsplan statt, sondern es „wird geprüft“ oder „perspektivisch“ betrachtet. Das ist zu wenig. Wir brauchen schnellstens „Butter bei die Fische!“

„Die Verwaltung betont zwar in ihrer Antwort die grundsätzlichen Chancen von KI und benennt einige Pilotprojekte, bleibt aber in zentralen Punkten zu allgemein, unverbindlich und zögerlich. Unsere wesentlichen Forderungen sind daher:

  • Konkrete Zeitpläne und messbare Ziele: Die Bürger erwarten transparente Projektfahrpläne mit klaren Verantwortlichkeiten.
  • Klarer Ausbauplan und Priorisierung: Die Verwaltung soll Strategien offenlegen, wie KI schrittweise implementiert und evaluiert wird – vom Pilotprojekt bis zum Dauerbetrieb. Der Einsatz von KI-Systemen zur Prozessautomatisierung, insbesondere in der Antragsbearbeitung und bei Standardprozessen ist notwendig.
  • Transparenz und Bürgernähe: KI muss zugänglich und nachvollziehbar die Lebensqualität der Menschen im Regionalverband verbessern, etwa durch schnellere Bearbeitung von Anträgen oder barrierefreie Angebote auch in einfacher Sprache.
  • Einsatz in der Bildung:  Integration von KI-Grundlagen in schulische und berufliche Bildung, Schulung von KI-Kompetenzen bei Lehrkräften und Verwaltungspersonal 
  • Wirtschaftsförderung: Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) beim Einsatz von KI durch Beratung, Förderprogramme und Pilotprojekte.
  • Offenheit für Best Practices: Der Regionalverband muss sich gezielt an erfolgreichen Beispielen orientieren, um Rückstände zu vermeiden. Ein Blick in andere Kreise wie Darmstadt (Verkehrssteuerung), Steinfurt (Vergabe von Kita-Plätzen), oder Gelsenkirchen (automatisierte Bürgerkommunikation) und damit verbundenes Benchmarking ist dringend erforderlich!

 „Es gibt viele weitere Beispiele. Man muss nicht alles neu erfinden, sondern sich mit anderen Kreisen in Verbindung setzen und erfolgreich Benchmarking betreiben. Hier fehlt uns der Schwung, Mut und der Wille des Regionalverbandes, KI konkret einzusetzen“, so Huonker abschließend.